Und jetzt nochmal kurz zusammengefasst – das sind die Parteien, ihre Ziele und ihre Kandidaten.

CDU:

Die Hessen-CDU zieht mit Ministerpräsident Koch (50) in den Wahlkampf. Anders als noch vor einem Jahr sind kriminelle Ausländer kein Thema mehr. Der Polarisierer Koch, der seit fast 10 Jahren das Land regiert, gibt sich sachlich und will in Zeiten der Finanzkrise mit Wirtschaftskompetenz punkten. Er verspricht ein 1,7 Milliarden Euro umfassendes Investitionsprogramm sowie den Ausbau der Flughäfen in Frankfurt und Kassel. Bildung spielt bei der CDU ebenfalls eine zentrale Rolle: es soll mehr Lehrer und Nachbesserungen beim G8 – also der verkürzten Gymnasialzeit – geben. Mit 36,8 Prozent war die CDU mit Koch denkbar knapp Wahlsieger 2008 geworden – diesmal steht sie laut Umfragen mit knapp 41 Prozent deutlich besser da.

SPD:

Die SPD ist mit dem noch vor zwei Monaten völlig unbekannten Hinterbänkler Thorsten Schäfer-Gübel (39) als Spitzenkandidat in den Wahlkampf gezogen. Er versucht den Scherbenhaufen zu kitten, den die selbst erklärte Wahlsiegerin Andrea Ypsilanti 2008 hinterlassen hat. Themen bei den Sozialdemokraten: Wirtschaft, Energiewende und Bildung. Der Finanzkrise soll mit vorgezogenen Investitionen begegnet werden, der Flughafenausbau in Frankfurt und Kassel soll vorangetrieben werden. Verschwinden soll dagegen der Atom- und Kohlestrom – zu Gunsten erneuerbarer Energien. Mehr Lehrer, kleinere Klassen, mehr Ganztagsschulen und ein längeres gemeinsames Lernen sollen die Bildung im Land stärken. Die SPD, 2008 mit 36,7 Prozent der CDU hauchdünn unterlegen kann laut Umfragen derzeit mit 25 Prozent rechnen.

FDP:

Als Partei des Mittelstands ist die Bekämpfung der Wirtschaftskrise quasi Pflichtprogramm für die Freidemokraten. Deren Chef, Jörg-Uwe Hahn (52), schlägt dazu vorgezogene Investitionen vor. Zudem fordert er neben der Erweiterung der Flughäfen den Bau und Ausbau von Straßen im Land. In der Bildungspolitik stellt die FDP hohe Anforderungen an den Wunsch-Koalitionspartner CDU: sie verlangt unter anderem eine Lehrerversorgung von 105 Prozent des Bedarfs und eine einjährige verpflichtende „Kinderschule“ noch vor Beginn der Grundschule. Umfragen sehen die FDP auf den Spitzenwert von 13 Prozent zulaufen, das wäre ein Zuwachs von fast 4 Prozent. Diesen Wert erreichen derzeit auch die Grünen in Umfragen.

Die Grünen:

Die Grünen setzen mit ihrem Spitzenkandidaten Tarek Al-Wazir ( 38 ) auf die Themen Umwelt, Bildung und Gerechtigkeit. Sie lehnen den Ausbau der Flughäfen Frankfurt und Kassel-Calden ab. Als Konsequenz aus der Finanzkrise wollen sie mehr Transparenz für die Finanzmärkte. Auch sie versprechen – wie auch die FDP – den Schulen eine Lehrerversorgung von 105 Prozent. Angesichts der Wirtschaftskrise haben sie zudem unabhängig vom Wahlprogramm ein Drei-Milliarden-Euro schweres Investitionsprogramm zur Sanierung der Schulen vorgeschlagen. Mit erneuerbaren Energien und anderen Umwelttechniken sollen zehntausende Arbeitsplätze geschaffen werden. In Umfragen haben sich die Grünen von 7 ½ Prozent auf 13 Prozent verbessern können und liegen mit der FDP gleichauf.

Linkspartei:

Mit völlig konträren Positionen will die Linkspartei die Probleme im Land lösen: Spitzenkandidat Willi van Ooyen (61) schwebt vor, den Finanzmarkt regulieren und Banken zu verstaatlichen. Super-Reiche sollen über eine Vermögenssteuer und eine so genannte Millionärssteuer ihren Beitrag leisten. Mit Investitionen von einer Milliarde Euro sollen 25 000 zusätzliche Jobs entstehen. Die Linke fordert zudem die Einführung eines Mindestlohns und die Kontrolle für die Preise von Gas, Strom und Wasser. Die Linken sind wie die Grünen gegen den Ausbau der Flughäfen Frankfurt und Kassel-Calden, für mehr regenerative Energien und gegen Atomstrom. Wie im vergangenen Jahr muss die Linke mit knapp 5 Prozent um den Einzug in den Landtag fürchten.


6 Antworten zu “Die Partei-Checkliste vor der Wahl”

  1. dierepublikaner sagte

    Dachte eigentlich es währen mehr gewesen hier mal alle zugelassen Parteien im überblick.

    1. Christlich Demokratische Union Deutschlands – CDU –
    2. Sozialdemokratische Partei Deutschlands – SPD –
    3. Freie Demokratische Partei – FDP –
    4. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – GRÜNE –
    5. DIE LINKE – DIE LINKE –
    6. DIE REPUBLIKANER – REP –
    7. FREIE WÄHLER Hessen e.V. – FREIE WÄHLER
    8. Nationaldemokratische Partei Deutschlands – NPD –
    9. Piratenpartei Deutschland – PIRATEN –
    10. Bürgerrechtsbewegung Solidarität – BüSo

  2. Joe sagte

    Ein Hurra auf Roland Koch und seine 60er Jahre Politik, soziale Kälte, Machtstreben und Populismus ! Er hat schon in „guten Zeiten“ schlecht gewirtschaftet und Schulden gemacht. In der Finazkrise wird es mit ihm nicht besser :-(

  3. Cuba libre sagte

    Für die Leute/Wähler in dieser Gemeinschaft hier, Herr/Frau die Republikaner, hat unser Administrator alle zur Verfügung stehenden Parteien aufgeführt.
    Wenn dem nicht so WÄRE, dann hätte diese Community nicht knapp 2000 Mitglieder!, sondern nur einige wenige, die noch nicht mal des Deutschen mächtig sind, aber andere korrigieren wollen.
    Cuba libre

  4. Webinspector BOB! sagte

    Meine liebe Cuba,

    was soll ich sagen, dass ich Dein Fan bin, weißt Du, vielleicht sagst Du mir ja, wo man Deine Fan T Shirts bekommt …
    Du hast es wieder einmal auf den Punkt gebracht!
    Waidmanns Dank!

  5. Jürgen Penka sagte

    Hallo Wahlvolk,

    nachdem nun die Parteien beschlossen haben mit dem Wahlergebnis nicht einverstanden zu sein dürfen wir es noch einmal versuchen. Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens bekäme direkt wegen Arbeitsverweigerung die Kündigung. Sicherlich kann man die Zusammenarbeit mit der Links-Partei als Wortbruch sehen, man kann aber auch zu der Schlussfolgerung gelangen das wenigsten eine Partei bereit war über Ihren Schatten zu springen und das Wählervotum umzustezen. Zumal dies niemals so übel sein kann wie das was unserem, einst so erfolgreichen Hessen, bei einem Wahlsieg der CDU bevorsteht.
    Die so geschmähte „Einheitsschule“ ist in allen, bei der Pisa-Studie erfolgreichen, Ländern im Norden wie Finnland etc. die Schulform. Trrotz des offensichtlichen Erfolgs diese Schulsystems hat die CDU noch nicht verstanden worum es dabei geht, nämlich um ein gemeinsames lernen und nicht um die Abschaffung der gymnasialen Oberstufe.

    Der zuständige Minister kommt auf die grandiose Idee „Mut zur Lücke ( gemeint ist fehlendes Wissen)“ zu fordern. Wohlgemerkt für ein Land das einmal den Weltruf besaß das Land der Dichter und Denker zu sein. Ob dem Herr Minister vieleicht entfallen ist das wir leider keine Bodenschätze oder Ölvorkommen haben.

    Der herr Finanzminister ist nicht in der lage einen Haushalt für das jahr 2009 vorzulegen, oder hat er Angst es könnte rauskommen wie hoch die Schulden wirklich sind. Ein Glück das er vielleicht ab morgen einen neuen Mogelhaushaltaufstellen kann.

    Herr Hahn von der FDP hat leider auch beschlossen seinem persönlichen Dutzfreund nocheinmal zu beschützen. Seine Aussage “ Wir halten Wort“ galt leider zu der Zeit als Herr Koch in der Spendenaffäre log das sich die Balken bogen noch nicht.

    Man betrachte sich das „Koch´sche debakel um den Flughafenausbau. Im Mediationsverfahren bei den betroffenen Hoffnungen geweckt, und nacher war das Ergebnis aus „juristischen Gründen nicht umsetzbar“. Jetzt sagen “ Juristen“ die Nachtflüge sind wahrscheinlich nicht durchführbar. damit ist wahrscheinlich die ganze Erweiterung finanziell gefährdet. Super gemacht?

    Dann lieber SPD.Ei wahlsieg der CDU bedeutet nur weitere 5 Jahre Rückschritt.

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